QFF BEGRÜSSEN REAKTION DER HERTHA

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Hertha Junxx – der älteste LGBTIQ+ Fanclub feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen – macht Zsolt Petry, der Torwarttrainer des Vereins, in einem Interview mit der ungarischen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ mit trans- und homophoben Aussagen Schlagzeilen. Damit nicht genug, schwingt er zusätzlich auch noch die fremdenfeindliche Keule des moralischen Untergangs Europas, denn „schrecklich viele Kriminelle haben Europa überlaufen“.

Hertha BSC hat nun die Konsequenzen gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Zsolt Petry getrennt. Ein guter und richtiger Schritt!

In einem offenen Brief an Hertha BSC hatten die QFF zuvor disziplinarische Maßnahmen verlangt. „Wir glauben kaum, dass ein Mitarbeiter, der sich derart äußert, für einen weltoffenen Club wie Hertha BSC noch tragbar ist“, so Pressesprecher Sven Kistner in einer ersten Stellungnahme, “daher unterstützen wir ausdrücklich die Freistellung Petrys seitens des Vereins.” Besonders brisant, da die Hertha einer der Modellstandorte des Projektes „Vielfalt im Stadion“ der Kompetenzgruppe Fankulturen & Sport bezogene soziale Arbeit (KoFaS) ist, in dem es um die Schaffung einer Willkommenskultur für alle im und um das Stadion geht.

Der offene Brief von Daniel Hofmann für die QFF im Wortlaut:

Sehr geehrte Vereinsvertretende,

Ich schreibe Sie an im Namen der Queer Football Fanclubs, der drittgrößten deutschen Fanorganisation, bezugnehmend auf jüngste Äußerungen Ihres Torwarttrainers Zsolt Petry.

Zitat diverser Medien: (U.a.) “Er verstehe nicht, was seinen Landsmann Gulácsi dazu bewogen habe, »sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen«, sagte Petry.”

Auch in Zusammenarbeit und Austausch mit unserem Mitglied, den Hertha Junxx, begrüßen wir Herthas Positionierungen für Vielfalt und Toleranz! Auch, dass der Verein ein internes Gespräch mit Petry sucht ist ein nachvollziehbarer und korrekter Schritt.

Nichtsdestotrotz möchten wir klar festhalten und untermauern, dass ein solches Interview nicht hinnehmbar ist, gerade wenn diejenige Person in Zusammenhang gebracht wird mit Ihrem Verein, der mit seinen veröffentlichten Werten ebensolche Aussagen verurteilen muss!

Wir wünschen uns ein klares Statement, sowie ein Zeichen, welches Herthas wahre Werte unterstützt.